Zwischen Tragen & Loslassen - wenn Verantwortung zu Überlastung führt
Beitragsbeschreibung
Marie Christine Prosch
1/11/20262 min read


Viele Frauen, die zu mir finden, haben eines gemeinsam:
Sie tragen viel.
Nicht nur im äußeren Leben, sondern innerlich.
Sie denken voraus.
Spüren Spannungen früh und sind in einem sogenannten „Wächter-Modus“.
Sie übernehmen Verantwortung, oft bevor sie ausgesprochen wird.
Diese Fähigkeit ist keine Schwäche.
Sie ist Ausdruck von Feinfühligkeit, Präsenz und innerer Reife. Aber sie ist ebenfalls die Antwort auf ein innewohnendes Programm, welches das Gefühl verleiht halten zu müssen, weil sonst alles zusammenbricht.
Doch wenn Verantwortung dauerhaft allein getragen wird,
beginnt sie, sich im Körper niederzulegen.
Dann wird aus Fürsorge Anspannung.
Aus Aufmerksamkeit Wachsamkeit.
Aus Stärke Erschöpfung.
Viele Frauen merken das nicht sofort, denn sie funktionieren weiter, halten weiter und Regeln weiterhin alles. Bis der Körper beginnt, leiser – oder deutlicher – zu sprechen.
Erschöpfung und Anspannung, die sich nicht mehr „wegatmen“ lässt.
Unruhe, obwohl eigentlich Ruhe möglich wäre.
Träume, die intensiv sind und die Nachtruhe unmöglich machen.
Emotionen, die scheinbar aus dem Nichts auftauchen, weil sie kein regelmäßiges Ventil finden.
Das sind keine Zeichen von Versagen.
Es sind Zeichen von Überdehnung. Ich sage gerne energetische Überanspruchung. Denn jede von uns hat ihre ganz individuelle energetische Ressource -wenn wir ständig darüber hinaus gehen, betreten wir automatisch den Überlebensmodus.
Nicht, weil prinzipiell zu wenig Kraft da ist –
sondern weil zu viel allein getragen wird. Und zwar all das, was niemals für nur eine Person & eine Frau vorgesehen war getragen zu werden.
Ein wesentlicher Teil meiner Arbeit besteht darin,
Frauen wieder mit der Frage in Kontakt zu bringen:
Wo halte ich noch etwas, das eigentlich geteilt und abgegeben werden darf?
Diese Frage braucht keinen schnellen Antwortsatz.
Sie braucht Raum.
Und Ehrlichkeit.
Denn Loslassen bedeutet nicht, gleichgültig zu werden.
Es bedeutet, Verantwortung wieder an ihren richtigen Platz zurückzugeben.
Viele Frauen haben verlernt, sich selbst in diese Gleichung einzubeziehen.
Ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und zuzugestehen.
Ihre Grenzen sorgfältig abzustecken und danach zu leben.
Ihre Räume zu wahren - für Regeneration, Kreativität, Selbstfürsorge & einfach nur Frau sein.
Doch der Körper vergisst sie nicht.
Er erinnert.
Manchmal sanft.
Manchmal umso heftiger.
Nicht, um zu stören –
sondern um wieder in Balance zu kommen.
Wirkliche Stärke entsteht nicht durch permanentes Halten,
sondern durch die Fähigkeit, rechtzeitig abzugeben.
Und genau dort beginnt ein neuer innerer Raum:
für Weichheit, für Vertrauen, für ein Getragenwerden,
das nicht erkämpft werden muss.
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